Perinatalzentrum Level 1

Eine unkomplizierte Geburt ist der Wunsch jeder Schwangeren. Doch manchmal treten im Verlauf der Schwangerschaft Risiken auf, die frühzeitig besondere Maßnahmen erforderlich machen.

Unsere Geburtshilfe ist gemeinsam mit anderen spezialisierten Abteilungen des Klinikums (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mit Neugeborenen-Intensivstation, Klinik für Kinderchirurgie) als Perinatalzentrum Level 1 (höchste Versorgungsstufe) auf die Versorgung von Risikoschwangerschaften spezialisiert. Treten vor, während oder nach der Geburt unvorhersehbare Notfälle auf, sind Sie im Klinikum Frankfurt Höchst in den besten Händen. Unser interdisziplinäres Team steht Ihnen rund um die Uhr als kompetenter Ansprechpartner für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen zur Verfügung.

In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin betreuen wir Entbindungen ab der 24. Schwangerschaftswoche, einschließlich extrem kleiner Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 500 bis 1000 Gramm.

Die Neugeborenen-Intensivstation unserer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin verfügt über zwölf Beatmungsplätze für Frühgeborene und Neugeborene mit Atemstörungen. Zudem gibt es zwei Frühgeborenen-Stationen. Unsere Wochenbett-Stationen befinden sich in räumlicher Nähe zum Kreißsaal sowie zur Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, dies garantiert kurze Wege. Zudem sind rund um die Uhr Kinderärzt:innen, Geburtshelfer:innen, Anästhesist:innen, Kinderchirurg:innen, Kinderurolog:innen sowie Kolleg:innen der Kliniken für Augenheilkunde, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und Neurochirurgie sowie speziell auf die Entbindung und die Versorgung von Kindern in besonderen Situationen ausgebildete Pflegekräfte vor Ort.   

Sollte ein vorgeburtlicher Klinikaufenthalt notwendig sein, unterstützen wir unsere Patientinnen mit Kunst-, Entspannungs- und Physiotherapie. Falls auf Grund einer Muttermundschwäche (Zervixinsuffizienz), vorzeitiger Wehentätigkeit, Mehrlingsschwangerschaft oder anderer Risiken einer Frühgeburtlichkeit ein längerer Aufenthalt im Klinikum erforderlich sein sollte, klären unsere Kinderärzt:innen in einem Gespräch mit den werdenden Eltern sämtliche Fragen. Bei Bedarf kann zudem das Team vom Klinischen Ethikkomitee mit hinzugezogen werden.

Der Gedanke, dass Ihr Kind vielleicht zu früh zur Welt kommen wird, bringt oft Sorgen, Ängste und Ungewissheit mit sich. Das verstehen wir sehr gut. Wir – die Kinderpflegekräfte der Frühgeborenenintensivstation B32 – möchten Ihnen gerne bei einem persönlichen Gespräch, einen Teil der Ungewissheit nehmen. Dabei ist es uns wichtig, Sie schon im Vorfeld etwas näher kennen zu lernen.

Sie erhalten von uns Informationen

  • Zum Ablauf der Erstversorgung Ihres Kindes
  • Zur Kontaktaufnahme, Bonding, Känguruh-Pflege
  • Zur Ernährung, Stillen und Förderung der Milchbildung
  • Was Sie als Eltern tun können
  • Zu Stationsabläufen, Hygienebestimmungen, Besuchsregelungen
  • Zum Angebot der Einbeziehung des Sozialdienstes, familienentlastende Gespräche, Klinikseelsorge

…und zu allen anderen Fragen die Sie beschäftigen.

Gerne möchten wir Sie dadurch auf die bevorstehende Zeit vorbereiten und Sie von Anfang an mit Ihren Fragen, Ängsten und Sorgen begleiten. Zu jeder Zeit besteht die Möglichkeit, dass wir zu Ihnen für ein Gespräch auf Station kommen.

Bitte wenden Sie sich hierfür an die Mitarbeiter:innen Ihrer Gynäkologischen Station.

Viel Kraft und Zuversicht wünscht Ihnen das Team der Frühgeborenenintensivstation B32

Unter Leitung einer erfahrenen Kinderkrankenschwester bieten wir Eltern von Früh- oder Neugeborenen monatlich die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Erfahrungsaustausch in unserem Elternkaffee an. Los geht’s um 15:00 Uhr im Konferenzraum (Gebäude B, EG) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Über die aktuellen Termine informieren wir Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie!

In der Schwangerschaft verändert sich der Hormonhaushalt. Dadurch kommt es bei manchen Frauen zu einer Verschlechterung der Wirkung des körpereigenen Hormons Insulin. Da nur Insulin in der Lage ist, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren, führt dies zu einem Anstieg des Blutzuckers. Der Zucker stammt übrigens nicht nur aus süßen Speisen, sondern in hoher Menge zum Beispiel auch aus hellen Teigwaren wie Laugenbrezeln oder aus Fertiggerichten.

Das größere Angebot an Zucker im Blut der werdenden Mutter kann nun vom Kind aufgenommen werden, wodurch es bei ihm zu einem schnelleren Wachstum und in der Folge zu einem erhöhten Geburtsrisiko kommen kann.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den betroffenen Frauen dieses Risiko zu reduzieren, damit die Schwangerschaft für Mutter und Kind einen ungestörten und natürlichen Verlauf nehmen kann.

Hierzu möchten wir gemeinsam erreichen, dass

  • die Gewichtszunahme der Schwangeren normal verläuft.
  • ihre Blutzuckerwerte im Zielbereich liegen.
  • sie trotz Umstellung der Ernährung satt wird.
  • ihr Kind sich normal entwickelt.

Gemeinsam mit der Klinik für Innere Medizin 2 bieten wir werdenden Müttern, die einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, eine Begleitung während der gesamten Schwangerschaft bis zur Geburt an (ambulant und stationär):

Inhalte unserer Einzelberatungen sind dabei:

  • Anleitung zur Blutzuckerselbstkontrolle
  • Ernährungsberatung
  • Kontrolle der protokollierten Blutzuckerwerte
  • wenn erforderlich: Anleitung zur Insulintherapie

Termine für eine ambulante Einzelberatung erhalten Sie nach telefonischer Vereinbarung.

Kontakt
Ute Müllers
Diabetesberaterin
Telefon: 069 3106-2706
E-Mail: ute.muellers@KlinikumFrankfurt.de

Die meisten Frauen können ihre Schwangerschaft unbeschwert genießen – aber leider nicht alle. So betreuen wir auch viele „Risikoschwangere", die lange liegen müssen (teilweise sechs bis zehn Wochen strenge Bettruhe), weil eine Frühgeburt droht. Für diese werdenden Mütter ergibt sich eine Zeit mit Sorgen und Ängsten aber auch Frust und Wut. Wenn der Körper so viel ruhen muss, bewegt es sich im Kopf. Hier kann die Kunsttherapie den Frauen in dieser Zeit unterstützend zur Seite stehen.

In der Kunsttherapie geht es um einen authentischen Ausdruck in der individuellen Gestaltung und Interpretation. Nebenstehend sind einige Beispiele von Patientinnen abgebildet.

Für länger liegende schwangere Patientinnen bieten wir dieses Verfahren im Sinne der Entlastung in schwierigen oder sorgenvollen Zeiten. Kunsttherapie bietet Zeit und Raum, um wieder zu sich selbst zu kommen, Träume aber auch Ängste zuzulassen und kreativ neue Ziele und Wege zu finden. Das Verfahren wird in Form von Einzelstunden im Rahmen des stationären Aufenthaltes angeboten. Je nach individueller Situation finden im Rahmen der Kunsttherapie mehrere Sitzungen pro Woche statt. Die Patientinnen fühlten sich mit Unterstützung der Kunsttherapie persönlich entlastet, konnten sich mit einem längeren stationären Aufenthalt besser arrangieren, waren zeitweise abgelenkt von ständigen Sorgen und Ängsten und gelangten von der passiven Haltung im Krankenbett hin zur Aktivität in der kunsttherapeutischen Gestaltung.

Diese spezielle Form der Kunsttherapie in der Geburtshilfe richtet sich zudem an Frauen, die eine Frühgeburt hatten, deren Kind in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin liegt oder die gar eine Totgeburt erlitten haben. Auch Schwangere und Mütter mit psychischen Belastungen wie peri- oder postpartale Depressionen, also Depressionen, die über Stimmungsschwankungen in der ersten Zeit nach der Geburt (Baby Blues) hinausgehen, sind herzlich willkommen.

Wenn die Frauen nicht aufstehen dürfen, findet die Kunsttherapie direkt am Bett statt. Sind sie in einem Mehrbettzimmer untergebracht, werden sie mit dem Rollstuhl oder Bett in einen separaten Raum gefahren. Die Kunsttherapie am Krankenbett wird hauptsächlich mit einfach zu verwendenden Materialien angeboten, wie Block und Wachskreiden, eventuell Collagen-Material wie Zeitschriften und Fotos. Entspannung durch Atemübungen und Phantasiereisen sowie Gespräche unterstützen den kreativen Prozess. Die Lust am Tun steht dabei im Vordergrund.

Sie haben Fragen zur Kunsttherapie oder möchten sich anmelden?
Britta Hieby
Kunsttherapeutin
Telefon: 069 3106-2484
E-Mail: britta.hieby@KlinikumFrankfurt.de

Wollspenden

Viele der werdenden Mütter, die in der Schwangerschaft länger liegen mussten, haben angefangen, neben der Kunsttherapie, zu häkeln oder zu stricken. Das hilft, sich abzulenken, ist produktiv und meditativ. So sind schon etliche Mützchen, Babydecken oder Schühchen entstanden. Einige der Patientinnen stricken oder häkeln auch die Mützchen für unseren Kreißsaal, da es bei uns üblich ist, dass jedes Neugeborene ein Mützchen vom Klinikum geschenkt bekommt.

Deshalb bitten wir Sie um Wollspenden! Für all die werdenden Mütter, denen es hier auf unserer Station nicht so gut geht und die durch das Handarbeiten eine sinnvolle und ablenkende Aufgabe finden. Ganz besonders gern „Baby-Merinowolle“, aber auch andere Garne sind sehr willkommen. Schauen Sie einmal zu Hause, bei Freund:innen, Eltern, Großeltern oder Bekannten nach Wollresten und helfen Sie uns dabei, eine schöne und sinnvolle Beschäftigung für die Schwangeren zu ermöglichen.

Abgeben können Sie die Wollspenden bei unserer Kunsttherapeutin Britta Hieby oder im Elternzentrum.

Müttern, die ihr Kind im Klinikum Frankfurt Höchst geboren haben, bieten wir mit der Osteopathie ein besonderes Behandlungsverfahren aus der ganzheitlich manuellen Medizin an. Bei der Osteopathie steht der ganze Mensch mit Körper, Geist und Seele im Mittelpunkt. Die Osteopathie gründet dabei auf der Überlegung, dass der menschliche Körper eine Reihe von Selbstheilungsmechanismen besitzt, die eingreifen, wenn Krankheit entsteht. Gibt es jedoch Störungen im Organismus, die diese Selbstheilungskräfte behindern, muss man dem Körper von außen helfen, damit er sich schließlich wieder selbst helfen kann. Oberstes Prinzip ist die freie Bewegung der Strukturen in ihren physiologischen Möglichkeiten. Denn nur so können alle Organsysteme mit Nährstoffen versorgt und Stoffwechselendprodukte gut abtransportiert werden – eine Harmonie im Körper entsteht.

Wichtiger Hinweis!

Die Osteopathie ist eine zusätzliche private Leistung für Mütter, die ihr Kind im Klinikum geboren haben, die jedoch nicht im Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen, weder im stationären noch im ambulanten Behandlungsspektrum, enthalten ist. Diese muss daher zusätzlich gezahlt werden. Die Abrechnung erfolgt direkt über den Therapeuten. Eine Behandlung dauert ca. 30 Minuten für Kinder und ca. 60 Minuten für Erwachsene.

Sie haben Fragen zur Osteopathie oder möchten einen Termin vereinbaren?

Die osteopathische Therapie findet immer Montag und Mittwoch im Elternzentrum des Klinikums statt. 

Anmeldung und weitere Informationen unter Telefon 069 3106-2846.

Damit das neue Leben gelingt und Sie nach der Geburt Ihres Kindes gut informiert und versorgt sind und einen guten Start haben, möchten die Babylotsen Frankfurt Sie mit Rat und Tat unterstützen. Sie wünschen sich beispielsweise Kontakt zu anderen Müttern und Vätern? Sie haben Fragen zu Anträgen oder zum Umgang mit Behörden? Oder sehen Sie sich vor besondere Herausforderungen gestellt, sind Sie zum Beispiel alleinerziehend oder haben gesundheitliche Probleme?

Wir helfen Ihnen gern weiter und lotsen Sie durch die erste Zeit nach der Geburt! Die Babylotsinnen beraten Sie, welche Unterstützung sinnvoll sein könnte, informieren über wichtige Angebote für Familien (möglichst in Ihrem Stadtteil), vermitteln erste Kontakte und begleiten Sie bei Bedarf. Sprechen Sie uns gern an!

Mehr Informationen erhalten Sie unter Telefon 069 3106-2519.

In schwierigen Zeiten kann es eine große Unterstützung sein, sich mit Menschen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an Selbsthilfegruppen:

  • Leben mit einem geistig oder körperlich behinderten Kind
  • Depression
  • Diabetes
  • Lippen-Gaumen-Fehlbildungen
  • Herzfehler
  • Spina bifida
  • Schwangerschaft und Familienplanung
  • Kinderwunsch nach Krebs
  • Kinderwunsch nach Transplantation
  • Frühgeborene